UNDER CONSTRUCTION – Ausstellung im Foyer des Rathauses Neuried

„Fundstellen urbaner Erinnerung – zwischen Beton, Pigment und Zeit.“

Ausstellung im Foyer des Rathauses Neuried
Hainbuchenring 9 – 11; 82061

Spurenarchäologie am Sendlinger Tor

Während der fünfjährigen Bauarbeiten am Sendlinger Tor dokumentierte ich die freigelegten Wände der U-Bahnstation – bevor sie für immer verschwinden. Diese verwitterten Oberflächen erzählen Geschichten von Jahrzehnten städtischen Lebens.

Mehr als Dokumentation

Meine Arbeit geht über reine Fotografie hinaus: Mit gezielten malerischen Eingriffen – Acryllinien, Pigmenten, Markierungen – verwandle ich die gefundenen Spuren in künstlerische Aussagen. Ich arbeite wie ein Archäologe, der Fundstücke nicht nur sichert, sondern auch interpretiert. Ein Riss wird zur Linie, ein Schatten zur Komposition. Jede Markierung folgt dem, was bereits da ist – ich verstärke die Geschichten, die in den Wänden schlummern.

Zwischen den Welten

Diese Spurensammlung verbindet dokumentarische Präzision mit künstlerischer Vision. Während klassische Stadtfotografie das Sichtbare zeigt, mache ich das Übersehene sichtbar. Die Narben der Stadt werden zu ihrer Poesie. Jede dieser Oberflächen existiert nur noch in meinen Bildern – die UBahnstation wurde komplett erneuert. Was bleibt, sind die Spuren einer verschwindenden Stadt.

Künstlerstatement

Ich verstehe meine Kunst als Spurenarchäologie. In allen meinen Arbeiten – von Under Construction bis zu Serien wie Neo Man, Time & Traffic oder Es wird einmal gewesen sein – geht es um das Sichtbarmachen von Fragmenten, Übergängen und Schichten. Mich interessiert das, was im Alltag übersehen wird: Risse, Schatten, verblasste Farben, Zeichen der Zeit. Meine Methode verbindet Fotografie und Malerei. Ich dokumentiere vorhandene Spuren und setze zugleich gezielte Eingriffe – Linien, Pigmente, Markierungen. So entstehen Bilder, die weder reine Dokumentation noch reine Fiktion sind, sondern Resonanzräume. Realität erscheint nicht als etwas Fertiges, sondern als Prozess – im Wandel, im Blick, im Dialog mit den Betrachter:innen.